{"id":70,"date":"2008-09-01T23:43:26","date_gmt":"2008-09-01T21:43:26","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zuckerhunde.de\/?p=70"},"modified":"2009-07-12T15:56:33","modified_gmt":"2009-07-12T13:56:33","slug":"insulin-uberdosis-auf-rezept","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zuckerhunde.de\/?p=70","title":{"rendered":"Insulin-\u00dcberdosis auf Rezept"},"content":{"rendered":"<p><strong>Warum verordnen so viele Tier\u00e4rzte ihren vierbeinigen Patienten eine \u00dcberdosis Insulin? Rund 80 Prozent der Hunde, die zur Erstberatung auf die www.zuckerhunde.de kommen, erhalten von ihrem Haustierarzt zu hohe Start-Dosierungen &#8211; teilweise wird doppelt so viel Insulin gespritzt wie der Hersteller empfiehlt.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Ein Wunder, dass so viele Hunde diese Insulin-Attacke (zun\u00e4chst) \u00fcberleben. Das Wunder hei\u00dft Somogyi Overswing: eine Gegenregulation des mit Insulin \u00fcberversorgten K\u00f6rpers, bei der die Leber stimuliert wird und auch andere Stresshormone (vor allem Adrenalin und Glukagon) mobilisiert werden. Dadurch steigt der Blutzucker sehr rasch \u00fcber mehrere hundert mg\/dl an und reagiert oft \u00fcber zwei, drei Tage scheinbar nicht mehr auf weitere Insulingaben &#8211; sieht aus wie Therapieversagen&#8230;<\/p>\n<p>Noch gef\u00e4hrlicher wird&#8217;s, wenn dann das vermeintlich schlechte Ansprechen auf Insulin mit einer weiteren Erh\u00f6hung der Insulindosis bek\u00e4mpft werden soll. Auch das kommt in der Praxis h\u00e4ufig vor&#8230; Ein Kreislauf beginnt, bei dem der Diabetes-Patient nur verlieren kann. Denn irgendwann nach Wochen oder Monaten funktioniert diese Gegenregulation nicht mehr&#8230; der Hund f\u00e4llt in eine massive Unterzuckerung und stirbt. Wir haben das schon einige Male erleben m\u00fcssen, und &#8211; viel \u00f6fter noch &#8211; gerade noch so eben verhindern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Hersteller-Empfehlungen beachten!<\/strong><\/p>\n<p>Beim Festlegen der Insulindosis gibt es zwei Schl\u00fcssel zum Gl\u00fcck, die den gef\u00e4hrlichen und weit verbreiteten Somogyi-Effekt verhindern k\u00f6nnen: Zum einen: die Dosierungsempfehlungen des Insulinherstellers zu beachten. Die Dosierungsempfehlungen von Caninsulin findet ihr hier: <a href=\"http:\/\/www.caninsulin.de\/insulindosis-hunde.asp\" target=\"_blank\">Insulindosierung<\/a>\u00a0(bitte unten bei &#8222;Zweimal t\u00e4gliche Gabe&#8220; die Expertenempfehlungen ausdrucken und zum Tierarzt mitnehmen, am besten gleich zusammen mit der Telefonnummer des Insulinherstellers).<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Keine Insulin-Erh\u00f6hung ohne Tagesprofil!<\/strong><\/p>\n<p>Zweiter Schl\u00fcssel zum Gl\u00fcck: Ein Blutzucker-Tagesprofil anlegen. Entweder selbst zu Hause (authentischere Werte, da kein Stress und gewohnter Tagesablauf) oder beim Tierarzt (geht zur Not auch). Mit so einem <a href=\"http:\/\/zuckerhunde.de\/homemonitoring\/tagesprofile\/\" target=\"_blank\">Blutzucker-Tagesprofil<\/a> entlarvst du sowohl drohende Unterzuckerungen als auch Gegenregulationen. Beim Vorliegen eines Somogyi-Effektes f\u00e4llt der Blutzucker stark ab (unter 70 mg\/dl) und steigt danach rasch und stark an (auf \u00fcber 300 mg\/dl, oft auch \u00fcber 600 mg\/dl) Um dieses Absinken und Ansteigen des Blutzuckers zu enttarnen, misst du \u00fcber zw\u00f6lf Stunden hinweg alle ein, zwei Stunden den Blutzucker.\u00a0Einen dauerhaft vorliegenden Overswing kannst du nur enttarnen, indem du \u00fcber mehrere Tage hinweg so ein Tagesprofil anlegst.\u00a0<\/p>\n<p>Liegt ein Somogyi Overswing vor, hilft nur eines: In Absprache mit dem Tierarzt rasch runter mit der Insulindosis!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum verordnen so viele Tier\u00e4rzte ihren vierbeinigen Patienten eine \u00dcberdosis Insulin? 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